Kunstprojekt DER ANDERE BIN ICH


Ein toller Musiker, eine Wahnsinnstänzerin, eine Sterneköchin, eine Leseratte, eine Sportskanone und Hilfe bei handwerklichen Arbeiten: Fünfundachtzig Schülerinnen und Schüler des achten Jahrgangs der Evangelischen Schule Köpenick in Berlin haben im Kunstunterricht jeweils drei oder mehr Facetten ihres „Ichs“ fotografiert. Das macht über zweihundertfünfundfünfzig einzelne Fotografien.
In der Halle der Seelsorge auf dem Kirchentag 2017 wurden die fast lebensgroßen Bildcollagen von sechzehn Schülerinnen und Schüler ausgestellt. Der Blick auf die vielen Stärken der Zwölf- bis Fünfzehnjährigen war ermutigend und so manches Vorurteil gegenüber pubertierenden Jugendlichen löste sich dabei in Luft auf.
Bei den fotografischen Arbeiten der Schülerinnen und Schüler handelt es sich um inszenierte Fotografien, die unter großem Engagement der Schüler vor und hinter der Kamera in mehreren Unterrichtstunden und an Projekttagen in den Räumen der Schule entstanden und digital kombiniert wurden. In einer Art „Drehbuch“ wurden Bildideen erarbeitet und visualisiert. Hunde und weitere Haustiere besuchten die Schule, Instrumente wurden herangeschleppt und die überdimensionierte Sporttasche eines Quarterbacks erregte Aufmerksamkeit. Es war erfrischend zu sehen, wie die Schülerinnen und Schüler über ihre Hobbys und Interessen jenseits der Schule ins Gespräch kamen. So wurde das Projekt auch zu einem Anlass, um zu erfahren, dass es neben den eigenen Interessen viele Gemeinsamkeiten in Hobbys und Wünschen gibt, dass der Andere also auch immer ein anderes Stück Selbst und ein Stück Gemeinschaft ist. Für unsere Schülerinnen und Schüler eine schöne Erfahrung, die sie mit den Betrachtern der Fotocollagen teilen konnten.


Adda Geiling, Andrea Wuttke
Kunstlehrerinnen an der Evangelischen Schule Köpenick, Berlin