Diese Webseite nutzt Cookies

Einige dieser Cookies sind technisch zwingend notwendig, um gewissen Funktionen der Webseite zu gewährleisten.
Darüber hinaus verwenden wir einige Cookies, die dazu dienen, Informationen über das Benutzerverhalten auf dieser Webseite zu gewinnen und unsere Webseite auf Basis dieser Informationen stetig zu verbessern.

Potsdams königliche Geschichte: Ein Exkursionsbericht

 
9. Mai 2018, ungefähr 11:30 Uhr - Die beiden Geschichtsgrundkurse des 11. Jahrgangs, begleitet von Herrn Tiedje und Herrn Gerdes, kommen am Schlosspark des Schlosses Sanssouci an und bestaunen sofort die historische Mühle. Diese ist auch heute noch in Betrieb, wie uns unsere charmante Reiseführerin erklärt.

Zunächst wird von der Geschichte hinter der Erbauung und der umliegenden Schlossanlage erzählt, aber dann geht es sofort weiter zur Orangerie. Ein strikter Zeitplan ist einzuhalten. An der Orangerie angekommen wird erklärt, dass Friedrich der Zweite, auch der Große genannt, hier exotische Pflanzen und Obstbäume züchten ließ, da diese im 17. und 18. Jahrhundert als Statussymbol der absolutistischen Herrscher galten.

Nach diesem kurzen Aufenthalt geht es weiter durch die Parkanlage, vorbei an geraden und symmetrischen Hecken, künstlich angelegten Wäldern und beeindruckenden Statuen. Man kann nur erahnen, welche Arbeit hinter solcher Pracht und Präzision liegen muss. Nach vielen weiteren Stopps kommt Erleichterung auf: Endlich ist man am Schloss. Erneut kann man eine komplexe Gartenanlage bestaunen, welche von 60 Gärtnern gepflegt wird. Auch kann man hier endlich die pompöse Fontäne betrachten, welche zur Zeit des Königs leider nicht funktionierte. Am eindrucksvollsten ist aber das Schloss selbst, welches majestätisch über extra angelegten Terrassen thront und ein Gefühl von Ehrfurcht in jedem Besucher weckt. Das hätte dem absolutistischen Herrscher Friedrich sicher gefallen, lebte er doch in einer Zeit, wo er als König immer der Mittelpunkt allen Geschehens war.

Oben angekommen, sieht man im Osten das Grab Friedrichs des Großen. Es ist sehr schlicht gehalten, eigentlich sogar zu schlicht für einen König. Nur eine Inschrift weist darauf hin, wer hier begraben liegt. Dies war vom König gewollt, da er sich zwar als König, aber auch als Diener des Volkes sah.

Daraufhin geht es endlich ins Schloss, das im Stil des Rokoko erbaut wurde. Die Wände sind aus Marmor, mit Gold verziert oder wunderschön bemalt. Auch hier erstrahlt der Glanz, der nur einem König zustehen kann. Während einige stauen, sind andere amüsiert über den Stil des Rokoko, der mit seinen vielen ausschweifenden Verzierungen und großen Farbpalette heute eher kitschig wirkt.

Auf dem Weg durch das Schloss kommt man durch viele Räume, darunter das Empfangszimmer, das Konzertzimmer, die Bibliothek, welche mit circa 2100 Bänden gefüllt war, und auch das Schlafzimmer des Königs. Es wird erklärt, dass die Gestaltung einiger Zimmer vom ursprünglichen Stil abweicht, da nach dem Tod Friedrichs Renovierungsarbeiten von seinem Nachfolger vorgenommen wurden. Am eindrucksvollsten ist die Blumenkammer, welche mit üppigen Holzschnitzereien, welche Blumen, aber auch verschiedene Tiere darstellen, verziert ist.

Trotz der schönen Verzierungen fällt auf, dass alles doch sehr bescheiden für einen König ist. Es gibt nur zwölf Räume, von denen Friedrich nur fünf bewohnte. Wenn man schon andere barocke Residenzschlösser, wie zum Beispiel Versailles, besucht hat, merkt man schnell, dass die Sommerresidenz Friedrichs des Großen vielleicht doch eher ein persönlicher Rückzugsort anstatt eine prunkvolle Residenz war.

Aus der Blumenkammer heraus wird man durch eine kleine Tür in unverzierte Gänge und Zimmer geführt, hier lebten und arbeiteten Bedienstete, erklärt uns unsere Begleitung. Das Staunen ist zu Ende, nichts erinnert auch nur im entferntesten an den Glanz, den man zuvor bewunderte.

Die Sonne blendet, als man aus den Quartieren der Bediensteten wieder ins Freie tritt. Hier ist die Führung zu Ende, unsere Begleitung verabschiedet sich und die Schüler treten die lange Heimreise an.


Laeticia Dreydemy





Im Glanz und Charme königlicher Zeit: Eine Exkursion nach Sanssouci


Mit unserer polnisch angehauchten Begleitung wandern wir an der Mühle vorbei, in der schon Friedrich der Große sein Mehl mahlen ließ, um leckere Brote backen zu können. Übrigens: Selbstgemachtes Brot steht selbstverständlich auch zum Verkauf.

Wir nähern uns der Orangerie, einem Haus, in dem Friedrich exotische Bäume, nämlich Orangenbäume, anpflanzte. Krass, dass sie durch die großen, zur Südseite ausgerichteten Fenster sogar überwintern konnten. Saft aus frischen Orangen bekomme ich leider nicht angeboten.

Jedoch komme ich aus meinem Staunen kaum mehr heraus: Springbrunnen, die imposante Fontänen in die Höhe schießen lassen, und lange Prachtalleen mit den feinsten Blumen am Rand. Der Springbrunnen wurde zu Friedrichs Lebzeiten aber nicht betrieben, weil sich das Staubecken fürs Wasser noch im Bau befand.

Endlich bin ich im Schloss, nachdem ich mühsam mehrere hundert Stufen über Friedrichs Weinreben gelaufen bin. Es sieht königlich aus, wahrlich: Handgefertigte Marmorplatten und edles Parkett von damals kennzeichnen die Gemächer. Das Schloss ist im direkten Vergleich zu Versailles relativ klein, jedoch bin ich vom Glanz immer noch “geflasht”. Vor allem der Kronleuchter im Empfangssaal des Königs, welcher von der Decke metertief herunter baumelt und so teuer wie eine brandneue Mercedes S-Klasse ist, zeigt, wie edel es der König haben wollte.

Vieles im Schloss ist noch original erhalten, wie ein langes, mit rosa Kissen “belegtes” Sofa. Ich persönlich bevorzuge allerdings meine kleine, aber gemütliche Ikea-Couch, auf der es sich so ohne Holzboden definitiv komfortabler sitzen lässt, ganz zu schweigen von der für normal-große Menschen nicht geeigneten Sitzfläche.

Friedrich II. ließ sich dieses großartige Schloss mitsamt Grünanlagen für sich und Prachtalleen für den Adel erbauen, er selbst war jedoch ein eher kleiner Mensch, mit einer Höhe von 1,62 m. Sein Schloss ließ er auf einem kleinen (künstlichen) Hügel errichten, vielleicht, um bei der Bevölkerung größer und imposanter dazustehen?

Sein Schlafzimmer bekommen wir nur in veränderter Form zu Gesicht. Während ich mich auf der Stelle kreisen lasse, sehe ich ein Dutzend Selbstportraits von Friedrich dem Großen. Diese hingen zu Friedrichs Zeit jedoch nicht in dessen eigenen vier Wänden.

Als nächstes gehen wir in einen Raum, der eigentlich Friedrichs Zimmer werden sollte, dann aber als Gästezimmer benutzt wurde. Das Besondere: Die Wandfarbe ist zwar nicht mehr die Gleiche aus dem 18. Jahrhundert, jedoch wird für den glänzenden Look bis heute die Originalrezeptur der Farbe verwendet: Mit Hühnerei und Mehl.

Wir verlassen nach dem kurzen Aufenthalt das Schlossinnere und stehen auf einem Plateau, von dem man beste Sicht auf eine Burgruine hat. Aber Moment mal? Direkt gegenüber vom Schloss auf dem anderen Berg? Nein, Friedrich ließ sich diese bauen, genauso wie einige Figuren aus dem Schlosspark, schließlich regen solche alten Bauwerke zum Nachdenken an. Die Bauarbeiten dauerten mehrere Jahrzehnte und man bedachte sogar ein Grab für den König. Dieses wird heute regelmäßig durch Besucher mit Kartoffeln und anderen Pflanzen geschmückt. Eigentlich verrückt, dabei soll er in seinem ganzen Leben nie eine Kartoffel verspeist haben. Für viele von uns und auch für mich undenkbar!

Zusammenfassend hat sich die Fahrt nach Potsdam in meinen Augen gelohnt. Die Führung hat mich mit interessanten Insider-Infos versorgt, über die ich heute noch schmunzeln muss. Wusstet ihr, dass Friedrichs Ehefrau kein einziges Mal in Sanssouci übernachtet hat?

An dieser Stelle noch einmal ein großes Dankeschön an unsere Reiseleiter, Herrn Gerdes und Herrn Tiedje. Geschichte kann sehr wohl unter die Haut gehen, das haben, denke ich, viele von unserem Ausflug mitgenommen.

Lou Tobian