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Mes expériences Sauzay – 3 Monate in Frankreich

Da mir Französisch als zweite Fremdsprache von Anfang an Spaß gemacht hat, habe ich mit meiner Familie überlegt, ob es nicht sinnvoll wäre, einen längeren Austauschaufenthalt zu absolvieren. In der neunten Klasse waren wir schon in Cannes, aber um die französische Kultur besser kennen zu lernen, reicht eine Woche leider nicht. Das deutsch-französische Jugendwerk bietet eine Reihe von Programmen an, unter anderem das Voltaire-Programm (sechs Monate) und das Brigitte-Sauzay-Programm (drei Monate). Ich entschied mich für das Sauzay-Programm und dachte, ich werde bestimmt jemanden finden, der bereit ist, ebenfalls das Sauzay-Programm zu machen. Kaum hatte ich meine Kleinanzeige auf der Website des DFJW veröffentlicht, meldeten sich schon die ersten Interessenten. Viele boten mir an, sie von Januar bis März oder April zu besuchen, was bei mir leider nicht möglich war, weil ich in dieser Zeit meine MSA-Prüfungen hatte. Also musste mein Austauschschüler in diesem Zeitraum zu mir kommen und ich anschließend bis Juli zu ihm. Auch mein künftiger Austauschpartner Jérémy unterbreitete mir zunächst diesen Vorschlag. Nachdem ich auch ihn darauf hingewiesen hatte, konnte er es zum Glück mit seinem Direktor vereinbaren und mein Partner war gefunden.
Er sollte dann also an einem Samstag Anfang Januar am Flughafen Tegel ankommen. Wir nahmen ihn in Empfang und es gab bei uns zuhause erst einmal ein typisch deutsches Frühstück. Am darauffolgenden Montag gingen wir zusammen zur Schule. Die ersten Stunden waren Chemie. In der Gruppenarbeit lernten gleich ein paar Mädchen meinen Austauschschüler kennen. Nach ein oder zwei Wochen hatte er sich weitestgehend eingelebt und ich hatte den Eindruck, dass es ihm bei uns sehr gut ging. Er konnte unheimlich schnell alles verstehen, was ich sehr bewunderte, weil ich Französisch besser spreche als verstehe. Bei ihm war es aber wohl umgekehrt. Er nahm ganz normal an unserem Unterricht teil, schrieb Klassenarbeiten oder Tests mit und war im Prinzip ein Teil der Klasse. Als dann die Osterferien näher rückten und auch die MSA-Prüfungen war seine Schulzeit bei uns zu Ende. Damit er auch etwas anderes als nur Berlin zu sehen bekam, fuhren wir mit ihm zu unseren Verwandten ins Ruhrgebiet, was seiner Heimat ähnelt, da er ebenfalls in einem ehemaligen Industriegebiet in Lothringen wohnt. Die letzten Tage konnte er offensichtlich nicht mehr ganz genießen, er sprach immerzu davon, wie sehr er sich wieder auf Frankreich und ein richtiges Croissant freue.
Ich hatte, nachdem er weg war, noch meine Prüfungen zum Erreichen des MSA vor mir. Nach der letzten Prüfung in Englisch flog ich nach Nizza, weil die Franzosen erst drei Wochen später ihre Ferien begannen, und Jérémys Familie in den Seealpen ein Ferienhaus hat. Hier verbrachten wir eine Woche und besuchten auch Cannes und Monaco. Wir fuhren über zehn Stunden in den Norden nach Lothringen. In der Kleinstadt Longwy (Langich) im Departement Meurthe-et-Moselle war ich von nun an zuhause – jedoch nur am Wochenende. Unter der Woche besuchten wir ein Lycée (Oberstufe in Frankreich 10. bis 12. Klasse) in Thionville (Diedenhofen) im Departement Moselle, weil hier die nächstbeste Schule mit einer AbiBac-Klasse war, das Lycée Charlemagne. Aufgrund der Entfernung von 40 km waren Jérémy und ich im Internat untergebracht. Hier lernte man viele nette Schüler kennen und ich konnte mich viel mit den anderen unterhalten. Beim AbiBac hat man am Ende der zwölften Klasse dann das deutsche Abitur und das französische Baccalauréat in der Tasche und kann in beiden Ländern ohne Probleme und Notenabwertungen studieren. Das bedeutet natürlich auch, dass es entsprechend viel Unterricht auf Deutsch gibt: sechs Wochenstunden Deutsch und fünf Stunden Geschichte-Geografie auf Deutsch. Ich genoss die Schulzeit sehr, denn auf einigen Gebieten kannte ich mich schon aus, während einige wiederum absolutes Neuland für mich waren. Wir gingen oft an die Mosel oder in den Park, wenn wir Freistunden hatten. Für eine Woche war sogar eine Kirmes in Thionville, wo wir natürlich auch immer hingingen. Die Wochenenden kamen mir im Vergleich zur Woche sogar fast langweilig und ewig lang vor, weil ich viel mit meinen „Kollegen“ machte und das einfach nur Spaß gemacht hat, andere Leute kennen zu lernen und sich mit ihnen über verschiedene Dinge auszutauschen.
Ich persönlich kann das Brigitte-Sauzay-Programm und Französisch als zweite Fremdsprache nur wärmstens empfehlen. Es war eine sehr interessante Erfahrung und man lernt auch so viel über die französische Kultur und man merkt auch später, dass Französisch einem unheimlich helfen kann und sehr wichtig für uns in Europa und in der ganzen Welt ist.
Weitere Informationen zum Brigitte-Sauzay-Programm: www.dfjw.org/brigitte-sauzay-programm
Simon Kalmbach, 10a